Holz richtig einkaufen

Holz richtig einkaufen und genau vermessen

Materialgerechter Umgang mit Holz beginnt bereits beim Einkauf: Wer einwandfreie Bretter oder Leisten auswählt, erzielt bessere Arbeitsergebnisse!

Massivholz ist für den Heimwerker ein wichtiger, aber zugleich auch schwieriger Werkstoff. Holz ist „lebendig“ und nimmt daher Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Dabei kann es quellen und schwinden, reißen und sich verziehen.
Dieses Verhalten ist jedoch nicht unberechenbar. Es ist aus dem Wachstum des Holzes im Baumstamm zu erklären; es wird beeinflusst durch die Art und Weise, wie der Stamm in Bretter und Bohlen, Kanthölzer und Latten zersägt wird. Durch die sachgemäße, richtige Be- und Verarbeitung des Holzes kann sein „Leben“ unter Kontrolle gebracht werden.

So sind Spann- und Tischlerplatten erfunden worden, die im Vergleich zu Massivholz sehr standfest sind. Die Tischlerzunft hatte zuvor schon viele Konstruktionen entwickelt, die dem Holz keinen Spielraum für irgendwelche unerwünschten Verhaltensweisen lassen.
Für jeden Heimwerker, der sich nicht nur mit den erwähnten Holzwerkstoffen befassen, sondern mit massivem Holz arbeiten will, ist es deshalb ebenfalls wichtig, dieses Werkmaterial besser kennen zu lernen, mit seinen Eigenschaften vertraut zu werden und dann auch die angemessenen Konstruktionen zu beherrschen und anzuwenden.

Holz kaufen
Die einfachste Methode, einen Baumstamm in Bretter zu zerlegen, ist, den Stamm in Sägegatter durch parallel verlaufende Schnitte zu zerteilen. Dabei entstehen Bretter unterschiedlicher Qualität und mit unterschiedlichem aussehen. Die Bretter aus dem Stamminneren nennt man Herzbretter. Bei ihnen sind die Jahresringe fast im rechten Winkel durchgeschnitten: Die Bretter zeigen „stehende Jahresringe“ in Form parallel verlaufender heller und dunkler Streifen. Als Seitenbretter bezeichnet man die Stücke aus den Randbereichen des Stamms. Bei ihnen zeichnen sich die Jahresringe mehr oder weniger deutlich als „Flammen“ ab.
Geflammt gemaserte Bretter, wie man sie z.B. für Türfüllungen verwendet, sehen schön aus. Ein besseres „Stehvermögen“ bzw. ausgeglichenes verhalten zeigen dagegen alle Bretter mit stehenden Jahresringen.

TIP: Ist das Brett verzogen?
Um festzustellen, ob ein Brett verzogen ist, gibt es eine einfache Methode. Man peilt von einem Ende her über die ganze Länge des Werkstückes. So werden Sie ganz deutlich sehen, ob alle Kanten schnurgerade verlaufen, ob das Holz nur minimal nach einer Seite verzogen ist (und damit für viele Zwecke nicht tauglich) – oder ob es nach zwei Seiten verzogen ist und damit für anspruchsvolle Arbeiten überhaupt nicht mehr in Frage kommt.

Für schwierigere Konstruktionen oder besonders wichtige Teile innerhalb einer Konstruktion (z.B. Möbelbeine) sollte man immer solchen Brettern oder Leisten den Vorzug geben, auf denen die Jahresringe als mehr oder weniger parallel laufende Streifen zu sehen sind.
Um mehrere Bretter besserer Qualität zu erzielen, zerlegt man Baumstämme auch im sog. Radialschnitt. An jedem Brett kann abgelesen werden, wie es sich später einmal verhalten wird.
Beim Holzkauf sollten natürlich gleich solche Stücke ausgeschieden werden, die erkennbar fehlerhaft sind.Wenn die Jahresringe aus dem Holz „herauslaufen“, ist das Risiko groß, dass das betreffende Stück von der Seite her einreißt.Die Stirnseiten eines Stücks sind sehr genau auf risse zu untersuchen. Aus feinsten Rissen können bei weiterem Trocknen des Holzes breit klaffende Spalten entstehen.Schiefe, verzogene Stücke erschweren die Bearbeitung und lassen sich nicht mehr in einwandfreie Form bringen.
Vor allem Nadelhölzer sind unter dem Einfluss von Feuchtigkeit bzw. beim Trocknen starken Formschwankungen unterworfen. Ein Brett wölbt sich etwa gegen die Rundung der Jahresringe auf. Oder es wirft sich in Längsrichtung. Besonders krass ist das so genannte „Windschiefwerden“. Solche Veränderungen treten in der Zeit des Zuschnitts und der Lagerung auf. Was schon im Holzlager des Baumarktes verzogen ist, wird auch später vielleicht noch weiter „arbeiten“.

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