Fachgerecht schleifen

Holz fachgerecht schleifen

Erst der letzte Schliff macht ein Werkstück bereit für die Oberflächenbehandlung. Durch das Schleifen werden Arbeitsspuren beseitigt und das Holz bekommt eine glatte und doch griffige Oberfläche.

Bei Werkstücken aus Massivholz ist es angezeigt, Sägekanten zu glätten oder Leimspuren zu beseitigen, Absplitterungen abzuschleifen oder feinste Holzfasern mit dem Schleifpapier weg zuschneiden, bevor das Holz gebeizt oder lackiert wird. Sogar die vermeintlich glatten und makellosen Oberflächen von Span- und Tischlerplatten sind ohne den letzten Schliff nur bedingt für eine Lackierung geeignet.
Platten und Massivholzteile können kaum merkliche Unebenheiten aufweisen, die sich aber überdeutlich abzeichnen, wenn sie Lack, Beize oder andere schützende Überzüge auftragen. Überarbeiten Sie eine Span- oder Tischlerplatte vor dem Lackieren mit einem Lackspachtel um Poren zu füllen oder geringfügige Unebenheiten und Beschädigungen zu beseitigen, müssen sie die Fläche nachschleifen. Erst dadurch erhalten Sie einen perfekten Anstrichgrund, auf dem die Lackierung wunschgemäß gelingt.

Abziehen

Wenn eine Massivholzfläche abgehobelt wird, entstehen zwischen den sog. Hobelschlägen deutlich Absätze. Diese Unebenheiten lassen sich am besten mit einer Ziehklinge beseitigen, bevor sie dann mit dem Schleifpapier nacharbeiten.
Viele ziehen es vor ausschließlich mit einer Ziehklinge zu arbeiten und auf das Schleifpapier ganz zu verzichten. Mit einer gut geschärften Ziehklinge lassen sich auch scheinbar makellos glatte Oberflächen noch um einiges glatter putzen.
Die Ziehklinge ist ein rechteckiges Stahlblech, an dessen Kanten ein feiner Grat auf Zug schneidet. Dieser muss immer wieder nachgeschärft werden. Dazu ziehen Sie zunächst die kanten auf einem Abziehstein sorgfältig nach und streichen dann mit einem sog. Ziehklingenstahl flach über die Klingenfläche, anschließend über die Kanten.
Ziehen Sie die leicht schräg angesetzte Klinge stets in Faserrichtung, verwenden sie sie ausschließlich auf Massiv- oder Sperrholz bzw. Tischlerplatten. Spannplatten lassen Ziehklingen schnell stumpf und schartig werden. Auch zum Nacharbeiten einer gespachtelten Fläche sollten Sie unbedingt Schleifpapier verwenden und auf die sehr empfindliche Ziehklinge verzichten.

Holz wässern und grundieren

Bevor Sie schleifen, sollten Sie Werkteile aus Massivholz, Sperrholz und Tischlerplatten immer erst wässern. Zu diesem Zweck feuchten Sie die Holzfläche mit warmen Wasser an (bei massivem Holz dürfen Sie sogar heißes Wasser benutzen) und lassen es dann wieder trocknen. Das Wasser bewirkt, dass sämtliche Druckstellen aufquellen und die Dellen dadurch verschwinden. Die niedergedrückten und angeschnittenen Holzfasern an der Oberfläche des Werkstückes quellen stärker als die unverletzten Fasern. Dadurch richten sie sich auf und nach dem Trocknen sieht eine gewässerte, vorher völlig glatte Fläche oft rauh aus. Indem sie die hochstehenden Holzfasern abschleifen, schaffen sie eine glatte Fläche, die sich bei der anschließenden Oberflächenbehandlung nicht mehr verändert.

Schnellschliffgrund

Das gewässerte und geschliffene Holz, gleichgültig ob es naturbelassen bleiben oder gebeizt, mattiert oder lackiert werden soll, wird nun mit sog. Schnellschliffgrund gestrichen. Diese Grundierung schließt die Poren und ist eine Art Versiegelung.
Tragen Sie Ihren unverdünnten Schnellschliffgrund zügig mit einem Flachpinsel Strich neben Strich, auf das vorbearbeitete Holz auf.
Sorgen sie dafür, dass der Raum, in dem Sie arbeiten trocken und staubfrei ist und nicht zu kühl. Die Grundierung ist zwar schon nach etwas einer halben Stunde trocken, warten Sie aber wenigstens 60 Minuten, bis Sie den nun völlig ausgehärteten Schnellschliffgrund mit feinstem Schleifpapier (Körnung 240) nachschleifen. Arbeiten Sie auch hier stets nur in Faserrichtung, wechseln Sie häufiger das Papier und klopfen Sie den feinen Schleifstaub heraus.

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